Thema drucken
Gewürz-Kräuter
Kennt/hat jemand eine Übersicht über belegte Würzkräuter der Wikinger (mit Quellenangabe)?
Interessant wäre insbesondere die Nutzung (Blätter, Samen, getrocknet,...) und Kultivierung (winterhart, Sonnig, ...).

Danke für die Info, ist leider alles zu "neu", sprich überwiegend 14.-16. Jahrhundert. Aber das eine oder andere werd'ich mal zuhause nachkochen.

Dort heißt es ja "Original Kochrezepte vom Mittelalter Anno 476 bis 1500 und danach", hast Du das Rezept von 476 schon gefunden oder sollte da 1476 stehen?

Gemüse, Gewürze, Kräuter
In den Hausgärten der Bauern im südlichen Teil der Urheimat der Wikinger, also im heutigen Dänemark, Schleswig-Holstein und Südschweden, gedieh eine überraschend große Vielfalt an Gemüsesorten. Kohl, Bohnen, Erbsen, Lauch, Rüben, Zwiebeln, Knoblauch, Kümmel, Senf und eine lange Reihe Küchenkräuter, wie Dill, Kresse oder Petersilie waren bekannt.
Ein spöttischer Archäologe meinte sogar, damals sei die Gemüseversorgung besser gewesen als im modernen Schweden.
Die Legende, dass die meisten Würz- und Arzneikräuter erst über die Klostergärten in den Norden kamen, stimmt nicht! Vieler dieser Kräuter gedeihen auch in Nordeuropa wild. Kräuter und Gemüse mediterraner Herkunft gelangten schon spätestens in römischer Zeit, wahrscheinlich schon eher, durch Handel in das nördliche Europa.
Andere Gewürze, vor allem Pfeffer, wurden durch den ausgedehnten Fernhandel beschafft, waren entsprechend teuer, und fanden sich aber wohl nur auf den Tellern der Wohlhabenden.

In Norwegen, den Inseln des Nordatlantik oder in Island und Grönland wuchsen nur noch wenige Gemüsepflanze - man führte hierher getrocknete Hülsenfrüchte aus milderen Gegenden ein. Auch in milderen Gegenden ergänzten Wildpflanzen wie Sauerampfer und Löwenzahn den Speiseplan.

Allerdings wurde diese auch aus heutiger Sicht wertvolle Kost durch die Kochmethoden der Wikinger eher verdorben als zubereitet, denn alles und jedes wurde stundenlang im Kochkessel zerkocht. Später, im hohen Mittelalter, war das Zermusen und Zerkochen von Lebensmitteln geradezu eine Küchenphilosopie - unser heutiges Wort „Gemüse", d. h. das „Gemuste", „Zu-Mus-Gekochte", zeugt noch von dieser Unsitte. Zur Zeit der Wikingern war es noch nicht ganz so schlimm - aber ein heutiger Feinschmecker würde sich von den meisten Wikingereintöpfen mit Grausen abwenden.

http://www.mmssei...ga-003.htm
Kräuter

Über die Verwendung von Kräutern ist aus der Wikingerzeit sehr wenig bekannt. Die ersten Kräuterverzeichnisse und weitergehenden Medizinbücher wurden nicht vor dem 13./14. Jahrhundert und nach der Einführung des Christentums verfasst und zeigen alle eine hohe Beeinflussung der Vorgehensweisen und Wissensstände durch die „4 Körpersäfte“-Theorie aus Salerno, Italien, letztlich fußend auf den Erkenntnissen des griechischen Physikers Galen und auf arabischer Medizinkunde von Avicenna.

Das vielleicht erste kräuterkundliche Buch aus Skandinavien dürfte „Urtebogen“ oder „Das Buch der Kräuter“ von Henrik Harpestreng (gest. 1244) aus Roskilde in Dänemark sein.

Harpestrengs Herbarium enthält Übersetzungen aus Macers De Viribus Herbarum (ca. 1090) und De Gradibus Liber von Constantinus Africanus (1050, Salerno).

Trotz alledem kannten die Heiler und Wunderversorger der Wikingerära sicherlich heilende Kräuter, manche erwiesenermaßen hilfreich und manche deren Wirksamkeit man eher ihrer Zauberkraft zuschrieb. Ein in ganz Skandinavien sowohl in Küche wie auch Medizin intensiv genutztes Gewächs war „hvönn“ (Angelica officinalis) = Engelwurz.
Bislang habe ich mehrfach den Hinweis auf die Capitulare de villis vel curtis imperii Karl des Großen bekommen.
Passt zeitlich sehr gut und so weit war das Frankenreich auch nicht vom heutigen Dänemark entfernt.

Über das Liber Herbarum II
Im Jahr 1198 kehrte Henrik Harpestreng nach Dänemark zurück.

Bevor er im Jahr 1244 starb, schrieb er die erste bekannte dänische Heilkunde 'Liber Herbarum'.

Diese Webseite ist ein Versuch einer Heilkräuter-Datenbank 800 Jahre nach der Rückkehr von Henrik Harpestreng.

Die Datenbank ist noch in Bearbeitung. Sie beruht vollständig auf gedruckten Texten. Jeder Eintrag ist mit einer Quellenangabe (inkl. Seitenzahl) versehen.

http://www.liberh...
Leider habe ich keine "Quelle" die ich nun angeben kann, aber es war im Museum Haithabu interessant zu erfahren welche Kräuter im rekonstruieren Garten zu finden waren.
Bei den Ausgrabungen in Haithabu wurden seinerzeit auch botanische Funde – Pflanzenreste, Samen und Pollen – geborgen und eingehend untersucht.
Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse war es möglich, rund um die Museumsgebäude einen „Garten“ der wikingerzeitlichen Pflanzenwelt anzulegen. Himmelsleiter, dem Eibisch und Engelwurz, Blutwurz und Gänsefingerkraut, Kriechendem Günsel und Reiherschnabel eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Pflanzen.
Mit einigen Bildern haben wir die Pflanzen dokumentieren können und der neuste "Fund" war wohl eine Lauchart die noch heute rund um das Museum wächst. Vielleicht lässt sich durch das Museum noch mehr erfahren, ich weiß das regelmäßig "Veranstaltungen" mit dem Thema Wikinger und Wildkräuter statt finden. Stand im Veranstaltungskalender vom Museum Zwinker
Kleine Info aus den Museum, die ich bald zu den in Haithabu beschriebenen Kräutern ergänzen und beschreiben werde!

http://www.schlos...eumsgarten

Springe ins Forum:

5,629,422 eindeutige Besuche

Top Zum Seitenanfang