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Der Raub der Indianerinnen
Der Raub der Indianerinnen

Die Wikinger segelten vor Columbus nach Amerika, das ist heute Allgemeinwissen. Aber brachten sie auf dem Rückweg Frauen mit? Die isländische Anthropologin Sigridur Sunna Ebenesersdottir hat sich auf Spurensuche begeben und erstaunliches festgestellt.

Dass nicht Christoph Columbus der erste Europäer war, der auf dem amerikanischen Kontinent an Land ging, sondern der Wikingerfürst Leif Eriksson ein halbes Jahrtausend vor ihm, ist längst Allgemeinwissen. Nun lanciert eine isländische Anthropologin die Theorie, dass auch Ureinwohner aus Amerika schon viel früher nach Europa kamen, als man bisher glaubte. Beim Vergleich von DNA-Proben stieß Sigridur Sunna Ebenesersdottir von der Universität Reykjavik auf genetische Spuren, die sie vermuten lassen, dass Leif, der Sohn Eriks des Roten, bei seiner Rückkehr aus „Vinland“, wie er Amerika nannte, Menschen von jenseits des Atlantik an Bord hatte und nach Island brachte – mit oder gegen deren Willen.

In einem Forschungsrapport wies Ebenesersdottir nach, dass rund 350 heutige Isländer genetische Wurzeln haben, die auf eine Abstammung von der nordamerikanischen Ursprungsbevölkerung hindeuten, berichtet die Zeitung Visir in Reykjavik. Laut der in Island stark verbreiteten Geschlechtsforschung stammen sie alle von vier vor 1700 in Südisland geborenen Frauen ab, und deren Familienbande wiederum gehen auf eine Frau zurück, die vor 1500 auf der Nordatlantikinsel lebte.

Sie konnte also kaum zu den Indianern zählen, die Columbus mit zurück nach Spanien brachte. Da es aber nach der Reise Leifs, den sie den Glücklichen nannten, keinerlei Aufzeichnungen über weiteren Verkehr zwischen Island und dem Kontinent im Westen gibt, lautet der Schluss der Anthropologin: die Vorfahren der „Urmutter“ müssen schon um das Jahr 1000 mit Leifs Wikingern nach Island gekommen sein.

Ungewöhnlich wäre das nicht gewesen. Der Genealoge Agnar Helgason habe schon vor zehn Jahren Beweise vorgelegt, dass die meisten männlichen Siedler Islands aus Skandinavien stammten, viele Frauen jedoch von Beutezügen gen Süden, berichtet die Website „Islandsblog“.

Abweichende Gene

Vier Fünftel des männlichen genetischen Erbes seien skandinavisch, die Stammtafel der Frauen hingegen sei zu zwei Dritteln britisch. Und wenn die Wikinger bei ihren Plünderungen den Briten nicht nur die Güter, sondern auch die Frauen raubten, sei es naheliegend, dass sie diese Sitte auch mit nach Amerika nahmen.

Die „wahrscheinlichste Theorie“ für die abweichenden Gene der 350 Isländer sei, dass sie von der indianischen Ursprungsbevölkerung Nordamerikas stammten, meint Helgason, der Ebenesersdottis Forschungsprojekt betreute.

Zwar gebe es ähnliche Gene auch in Asien, doch da sie in Island schon im 15. Jahrhundert auftreten und es damals noch keine isländischen Kontakte dorthin gab, sei diese Alternative auszuschließen. „Vermutlich folgte zumindest eine Frau den Wikingern zurück in deren Heimat.“ Dann wäre sie die erste Nordamerikanerin gewesen, die nach Europa kam, und hätte ihre Gene im mütterlichen Glied von Tochter zu Tochter weitergeführt, durch bisher 40 Generationen.

Die Herkunftstheorie zu beweisen, sei allerdings schwer, räumt Helgason ein: „Dafür müssten wir den exakt gleichen Gen-Mix irgendwo sonst in der Welt finden.“


(FRANKFURTER RUNDSCHAU 26.11.2010)
http://www.fr-onl...index.html
Bearbeitet von Manfried am 03-01-2011 01:03

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Genuntersuchungen zeigen: Isländer haben indianisches Blut

In der Sagenliteratur ist schon lange die Rede davon: Die Wikinger waren die ersten Europäer in Nordamerika.

Für diese These gibt es ein neues wissenschaftliches Indiz. Offenbar haben die Wikinger von ihren Weltreisen etwas nach Island mitgebracht: Nordamerikanisches Erbmaterial.
Wie das isländische Genforschungsinstitut mitteilte, wurde bei vier Familien des Landes mit insgesamt 350 Angehörigen das Gen C1E festgestellt. Dies deute darauf hin, dass sie indianische Vorfahren haben. Nach den Untersuchungen sei das Erbmaterial schon sehr viele Generationen in Island. Vermutlich hätten die Wikinger auf ihrer Rückfahrt von Neufundland eine Frau mitgebracht. Sie wäre dann die erste Amerikanerin in Europa gewesen.


(Deutschlandradio 19. November 2010)
http://www.dradio...0111910/5/
Bearbeitet von Manfried am 03-01-2011 01:03

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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