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Wikinger ritzte Fuß in Schiffsplanke
Wikinger ritzte Fuß in Schiffsplanke

cdn2.spiegel.de/images/image-494225-panoV9free-gsrx.jpgNach Tagen auf See, eingeklemmt in dem engen Raum hinter seinem Ruder, wurde irgendwann dem kleinen Wikinger wahrscheinlich langweilig. Also nahm er ein Messer und ritzte den Umriss seines Fußes in die Holzplanken. Sorgfältig fügte er anschließend den Umrissen seiner Zehen noch Fußnägel hinzu. 1100 Jahre später finden Archäologen den Fußabdruck auf den Planken des Gokstad-Schiffes im Museum of Cultural History in Oslo. "Er zeigt uns, dass Wikinger Füße hatten", schreibt Hanne Lovise Aannestad, Kuratorin des Museums, auf der skandinavischen Wissenschaftsplattform ScienceNordic. "Aber das wussten wir bereits." Dennoch erlaube das Kunstwerk einen direkten emotionalen Kontakt. "Es waren echte Menschen, die auf Reisen gingen, keine stereotypen Cartoon-Charaktere", so Aannestad. "Die Fahrten konnten sowohl langweilig als auch schrecklich sein."

Der Abdruck ist klein, kleiner als Aannestads eigener Fuß. Vielleicht gehörte einem sehr jungen Wikinger. Das Gokstad-Schiff hatte eine bewegte Geschichte. Der gelangweilte Wikingerjunge war wahrscheinlich zwischen 890 und 900 mit ihm unterwegs - als einer von insgesamt 64 Ruderern, die in zwei Schichten arbeiteten. Nach der Zeit auf See diente das Schiff einem etwa 50 bis 70 Jahre alten Mann als Grabbeigabe. Archäologen entdeckten es im Jahr 1880 neben seinem Hügelgrab.


Quelle:
(Text und Bild)
www.spiegel.de/wissenschaft

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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