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Skifahrende Wikinger - der Birkebeinerlauf
Skifahrende Wikinger

www.manfrieds-trelleborg.de/images/articles/birkebeiner.jpgDie ersten Ski wurden wahrscheinlich schon in der Steinzeit entwickelt. Allerdings kommt das Wort „Ski“ aus dem altnorwegischen „skið“, was soviel wie ein Stück gehobeltes Holz oder eine Schiene bedeutet. Der bislang älteste Ski wurde in einem Moor bei Hoting in Schweden entdeckt. Hierbei handelt es sich um ein ca.110 cm langes und 10 cm breites Brett. Auf der norwegischen Halbinsel Rødøy wurde eine etwa 4.000 Jahre alte, in Stein gemeißelte Abbildung eines Skifahrers gefunden.

Bereits in der nordischen Mythologie wird der Ski erwähnt. Der Gott Ullr (Holler, Oller, Uller, Valder, Ull) ist der Gott des Winters, der Jagd, des Bogenschießens und auch des Skilaufens. Auf vielen Abbildungen wird er als Skiläufer dargestellt. Zahlreiche Orte in Schweden und Norwegen sind nach ihm benannt.

Auch die Wikinger kannten die Ski und wussten sie zu nutzen. Sie benutzten sie zur Jagd oder bewältigten so auch im Winter leicht größere Entfernungen. Sie fertigten ihre Ski vornehmlich aus Birken-, Buchen oder Fichtenholz. Die Ausrüstung bestand damals in der Regel aus einem langen Gleitski von gut drei Metern Länge und einem Kurzski, der mit einem Seehundfell überzogen war. Mit Hilfe dieses kürzeren Ski konnte sich der Läufer wirkungsvoll abstoßen. Als „Bindung“ dienten einfache Lederriemen.

Der Ski wurde aber auch damals schon von Soldaten genutzt. So unterlagen die Wikinger nach zeitgenössischen Berichten bei einem Feldzug nach Nordnorwegen den dortigen Ureinwohnern, weil diese Skier hatten und sie gut zu gebrauchen wussten. Der dänische Wikinger Ragnar Lodbrok, staunte nicht schlecht, als die als „dumme Bauern“ bezeichneten skifahrenden Ureinwohner seinen gut trainierten Kämpfern überlegen waren und er eine herbe Niederlage hinnehmen musste. In der Zeit König Sverres, um 1200, hörte man zum ersten Mal von Soldaten auf Skiern. In verschiedenen nordischen Kriegen spielten die Ski eine wichtige Rolle.

Darüber wird auch in der norwegischen Geschichtsschreibung berichtet. Exemplarisch dafür ist die Sage der Birkebeiner-Reise.
Der Ausdruck „Birkenbeiner“ kommt von den damaligen Soldaten: Zum Schutz vor Nässe und Verletzungen umwickelten sie ihre Beine vom Knie abwärts mit Birkenrinde.
Die besagte Sage handelt von zwei Soldaten, die im Jahr 1205 während des norwegischen Bürgerkrieges den knapp zweijährigen Königssohn Haakon Haakonsson mit einer dramatischen Skitour von Lillehammer nach Trondheim vor seinen Verfolgern retteten. Auf Skiern kämpften sie sich durch den Schneesturm über das tief verschneite Fjell und brachten so das Kind, welches später Norwegens König werden sollte, in Sicherheit.

Heute noch trägt Lillehammer einen Birkebeiner-Krieger im Stadtwappen und jedes Jahr findet in Erinnerung an die erfolgreiche Flucht der anspruchsvolle Birkebeinerlauf statt, ein Volkslauf auf Langlaufski von 55 km Länge. Der Rucksack von 3,5 kg, den alle Teilnehmer tragen müssen, symbolisiert dabei den Königssohn Haakon Haakonson.


Das Bild zeigt das Birkenbeiner - Denkmal in Lillehammer. (mehr Infos: Birkebeinerrennet)

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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