Waffenrechtliche Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Führen
von Schwertern, Lanzen, Pfeil und Bogen etc. (Stand: 01.02.2010)

 

 

Bei diesem Hobby handelt es sich um sog. Reenactment, auch Living-History oder "Lebendige Geschichte" genannt, bei dem die o.g. Waffen mitgeführt werden.

Es werden historische Begebenheiten, oft an den entsprechenden damaligen Örtlichkeiten, nachgestellt.

Dies können sowohl zivile als auch militärische Rekonstruktionen sein, Schlachten, Lagerleben, Turniere, Feldlager etc.

Für Angehörige dieser Hobbyszene kann es zu möglichen Problemen bei evtl. Kontrollen kommen. Deshalb ist hier eine Übersicht der relevanten waffenrechtlichen Bestimmungen erstellt.
Um eine korrekte Darstellung der damaligen Geschehnisse zu gewährleisten, sind außer Kleidung und Rüstungen natürlich auch Waffen notwendig.

Im Rahmen der Mittelalter-Veranstaltungen sind dies vor allem Replikate von zeitgenössischen Blank- und Schusswaffen (Schwerter, Lanzen, Pfeil und Bogen).

Zwar handelt es sich bei diesen Veranstaltungen um öffentliche Veranstaltungen, jedoch ist den aktiven Teilnehmern und gewandeten Besuchern das Tragen von Waffen in diesem Zusammenhang durch die Stadtverwaltung i. d. R. erlaubt. Eine vorherige Rücksprache mit dem Veranstalter oder der zuständigen Ordnungsbehörde ist im Zweifelsfall empfehlenswert.

 

 

Schwerter, Säbel, Lanzen, Bajonette o. ä. mit scharfer Klinge oder Messer mit beidseitig geschliffener feststehende Klinge (auch über 12 cm), sowie Morgensterne sind grundsätzlich Waffen (Hieb-, Stoßwaffen) i.S.d. § 1 Abs. 2 Nr. 2a WaffG, Mindestalter 18 Jahre.

 

Für diese Waffen ist in erster Linie die Ausnahme des § 42a, Abs. 2, 3 WaffG (Brauchtumspflege) anwendbar. Voraussetzung ist natürlich, dass die Waffen zur Rüstung/Veranstaltung und nicht privat geführt werden.

 

Keine Hieb- und Stoßwaffen wie o. a. Schwerter/Messer sind solche Geräte, die zwar Hieb- und Stoss-Waffen (§ 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a WaffG i.V.m. Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 zum WaffG) nachgebildet, aber wegen abgestumpfter Spitzen und stumpfer Schneiden offensichtlich nur für den Sport (z.B. Sportflorette, Sportdegen, hingegen nicht geschliffene Mensurschläger), zur Brauchtumspflege (z. B. historisch nachgebildete Schaukampf-Schwerter, -Lanzen) oder als Dekorationsgegenstand (z. B. Zierdegen, Dekorationsschwerter) geeignet sind. Hier ist gilt auch nicht die Altersgrenze von 18 Jahren.

 

 

Für das Führen von Armbrüsten gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Waffenschein oder Waffenbesitzkarte/WBK sind nicht erforderlich.

Für Pfeil und Bogen gibt es keine Beschränkungen, da diese nicht unter das Waffenrecht fallen (Im Gegensatz zur Armbrust kann die Muskelenergie nicht durch mechanische Vorrichtungen gespeichert werden).

 

Diese Ausarbeitung mit freundlicher Unterstützung: Thomas Offermanns, Kriminalhauptkommissar bei LKA München. 01.02.2010

 

Quelle:
waffenrecht.pdf

 

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